Aliens

Den Angstgegner überwunden!

Das All.
Man schlägt sich halt so durch. In der hinteren Hälfte der Conference Tabelle hat man den 8. Platz und damt die Teilnahme an den Playoffs immer noch im Blick und versucht am Ende drüber oder drauf zu sein.
Alles wie immer. Wir können, bzw. sollten also mal über den Gegner der Woche sprechen.

Dies sind die Raptors Bissingen in zwei von drei Begegnungen dieser Woche.
Wir erinnern uns: die Raptors Bissingen??? Nein, besser nicht, gell.
Die Raptoren sind prinzipiell die Definition eines Angstgegners für die Aliens.
Seit Jahren gehen die Punkte in den Ligaspielen mit schöner Regelmäßigkeit nach Bissingen. Völlig egal, wie im Vorfeld die Formkurven waren. In diesen Spielen gibt es dann meist auch mehr als nur zwei, drei Tore und in praktisch keiner Begegnung dieser beiden Teams bleiben die Handschuhe die ganze Zeit über an den Händen der Spieler.
Was für ein großartiger Gegner für eine Rivalry die Raptoren wären, würden sie nicht ihren Sitz im Ellental haben, wie gefühlt ein Viertel der gesamten Liga neben ihnen.
So bleiben die Aliens zwar das Team mit der kürzesten Anreise (durch Alien-Technologie starten die Gästeteams nun in ihrer Heim-Umkleide, die Tür zum Spielfeld ist seit Saisonbeginn das Portal zum Holodeck der Aliens. Für die Spieler ist die Entfernung also gefühlt null - Anm. d. Red.), aber dennoch weit entfernt. Zu weit für eine Rivalry, das Einzige, was bleibt ist der Status des Angstgegners, da gegen die Raptors trotz allen Aufwands so wenig Ertrag bei rumkommt.

Da tut Desensibilisierung gut, wozu diese Woche Gelegenheit war.

Montag, Auswärtsspiel in Bissingen. Freundlicherweise lassen die uns in ihre Gästekabine (machen nicht alle, Alien-Technologie vs. Reinigungskosten und so), die tatsächlich zu den komfortabelsten der Liga gehört (wenn es dort so nett ist, warum gewinnen wir da eigentlich nie?).
Die Pink Pride legten los wie die ... na ja, wie die Aliens halt. 13 Sekunden nach Spielbeginn in Unterzahl, weil Zarathustra Boomhauer von Anfang an zeigte, dass diese Begegnung einmal mehr hässlich werden könnte. Während die Unterzahl relativ souverän überstanden wurde und die Aliens im Verlauf mit dem Plus an Torschüssen gar das Heft in die Hand nahmen, war es eigentlich klar, dass der erste zwingende Angriff der Raptoren praktisch treffen musste. Dachte sich auch Colton Pershing und drehte nach 4 Minuten auf 1:0 für Bissingen.
Doch statt sich wie sonst lediglich auf den Gewinn der Faustkämpfe zu beschränken, spielten die Aliens smart und führten noch in derselben Minute eine eigene Überzahl herbei und Team-Captain Matt Eagle glich aus. Fortan prägte eine raue Gangart und entsprechende Strafzeiten auf beiden Seiten das Bild. Das offensivere Team jedoch war nicht von dieser Erde. In der 16. Minute die Belohnung für einfaches mal nicht destruktiv spielen: Juergen Severin netzte zur Gästeführung ein. Der Faustkampf zwischen Aljoscha Kruse und Malcolm Curry endete übrigens unentschieden.
Zweites Drittel: viel Stückwerk, viele Strafen, ein Powerplay-Tor durch Aljoscha Kruse zum 3:1 aus Sicht der entzückten Aliens, die erstmals spürten, dass auch gegen diesen Gegner etwas möglich ist.
Der Faustkampf zwischen Juergen Severin und Jay Andriutti endete übrigens unentschieden. Dafür, dass Severin nicht unbedingt als Fighter bekannt ist eine schöne Ausbeute.
Schlussabschnitt: muntere Hin und Her, immer noch unter Austausch diverser Nicklichkeiten. Die Raptoren kamen zwar nochmal auf 3:2 heran, mehr war jedoch nicht möglich, weil sich die Gastgeber immer wieder auf der Strafbank einfanden, von der aus bekanntlich keine Spiele zu gewinnen sind. Der Faustkampf zwischen Aljoscha Kruse und Jay Andriutti endete übrigens unentschieden, das Spiel für die beiden Kontrahenten jedoch sofort. Die Schiedsrichter zeigten da verständlicherweise wenig Nachsicht. Luschen!
Am Ende freuten sich die Aliens über den Sieg in Bissingen, wissend, dass am heutigen Mittwoch noch einmal ein so intensives Spiel gebracht werden musste, will man auch vor heimischem Publikum gewinnen.

Mittwoch, Heimspiel auf dem Karel-Vanek-Holodeck. Die Zuschauertribüne prall gefüllt mit Subjekten aus der gesamten Galaxis, die Cantina-Band spielt denselben Song nochmal und die Aliens machten weiter, wo sie aufgehört haben.
So richtig zu erklären ist der Spielverlauf anhand der Statistiken nicht, schieben wir dies einfach auf die zur Jahreszeit passenden Raum-Zeit-Variablen und versuchen etwas zu rekonstruieren. Bereits von der ersten Sekunde an war klar, dass die Raptoren ein Zeichen setzen wollten, weshalb Top-Enforcer Jay Andriutti an die Front geschickt wurde, um Aliens-Elite-Goon Zarathustra Boomhauer zum Duell zu fordern. Nach elf Sekunden bestätigte Boomhauer die Herausforderung, scorte vier Sekunden später das 1:0, um anschließend die Handschuhe auszuziehen und Andriutti die bereits bestätigte Kiefer-OP zu verabreichen. Unter dem Jubel des Publikum durfte Boomhauer duschen gehen, während Andriutti musste und diese wie die kommende Woche wohl auf Flüssignahrung umstellen muss. Zeichen gesetzt? Zum Leidwesen der Raptoren, ja!
In Abwesenheit des Top-Enforcers der Gäste spielten die Aliens ihr Spiel geschickt durch. Ließen den Puck in ihren Reihen und die Raptoren hinterher laufen. Mit cleverer Strategie erzwangen die Pink Pride immer wieder Powerplay-Situationen und lediglich eine Mischung aus Len Derranye und eigenem Unvermögen hielten die Raptors mit nur 0:1-Rückstand noch im Spiel.
Zweites Drittel: die Raptoren wollten zeigen, dass sie a) noch da sind und b) warum sie als Angstgegner der Aliens gelten. Die Gäste drehten im Mitteldrittel auf, schickten die Aliens auf die Strafbank, wie es vorher umgekehrt immer wieder funktionierte, und verlagerten das Geschehen vermehrt vor das Gehäuse von Alistair McAlbustier - der mit einigen spektakulären Paraden die Pink Pride in Front hielt.
Dieser Sturm dauerte bis zur siebten Minute. Dann musste Raptors-Defender Volkrad Visavis in die Kühlbox und Anthony Kumasi bedankte sich prompt mit dem 2:0 im Powerplay.
Die Raptors steckten nicht auf, spielten weiter mit und schafften erneut durch Colton Pershing den Anschluss in Minute 31.
Doch nur zwei Minuten später schlugen die Aliens gnadenlos zurück. Colton Pershing saß wegen Hakens auf der Strafbank und Kumasi stellte auf 3:1. Nur 22 Sekunden später sorgte Matt Parleau mit dem 4:1 für die Vorentscheidung. Einderthalb Minuten später beendete Thejodur Gudjohnsson mit dem 5:1 den Arbeitstag von Raptors-Goalie Len Derrayne und die Hoffnungen der Gäste, noch einmal in dieses Spiel zurück zu kommen. Für diese Woche war der sonstige Angstgegner besiegt. Zwei Mal.
Dabei hatten die Raptors zu diesem Zeitpunkt zwar das Plus an Torschüssen, die gut agierende Defense der Aliens (eine Wortkombination, die wirklich höchst selten nur Verwendung findet) jedoch stellte geschickt die guten Positionen zu und ließ nicht mehr als leichte Beute für Alistair McAlbustier zu.
Schlussdrittel: auf den Rängen herrschte ausgelassene Freude, wenn man mal vom gut gefüllten Gästeblock absieht. Die Aliens spielten nun Katz und Maus mit ihrem Gegner, ließen ihnen zwar viele Spielanteile, aber kaum zwingende Chancen. Man verlegte sich aufs Kontern und so konnte Verteidiger Andrey Yusupov seine großartige Leistung mit seinem ersten Saisontor zum 6:1-Endstand krönen.
Der Frust der Gäste entlud sich drei Minuten vor dem Ende in einem Kopfstoß von Lubomir Alfaristi gegen Daniel Trepkos - der mit einer verbogenen Nase in die Kabine musste und das kommende Spiel vermutlich zuschauen wird. Die Schiedsrichter bewahrten Alfaristi vor einer öffentlichen Satisfaction auf dem Eis und schickten ihn ebenfalls sofort in die Katakomben. So ging ein munteres Spielchen mit 6:1 für die Pink Pride zu Ende und der Status des Angstgegners muss seitens der Bissinger definitiv erneuert werden.

Morgen geht es gegen die Broker$ gegen einen ähnlich intensiven Gegner. Da trifft es sich wohl, dass Spielgestalter Trepkos aller Voraussicht nach durch Hobby-Zahnarzt Mason Whataburner ersetzt wird. Physis gewinnt möglicherweise auch das dritte Spiel in dieser Woche und lässt die Aliens einen Vorsprung auf Conference-Tabellenplatz 9 generieren.
Die letzten beiden Partien hatten bereits etwas von Playoffs und davon würde man im All gern mehr sehen.

Mittwoch, den 20.Oktober 2021 - 11:03 Uhr - Aliens

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