Aliens

Perspektivenwechsel im All

Der Weltraum. Ohne große Show ging die Saison für die Aliens vorüber. Die großen Karrieren von Sylvain Decroix und Stan McConnellsburg gingen unspektakulär und ohne Sonderapplaus zu Ende.
Sportlich gab die Saison genügend Gründe, die eigene Arbeitsweise zu hinterfragen.

Dies tat man auch auf dem Raumschiff und die bishergen Ergebnisse, die der GM der Pink Pride heute auf der Pressekonferenz kundtat, zu der heute eine erlesene Auswahl findiger Sportjournalisten mehr oder weniger freiwillig aufs Raumschiff gebeamt wurde.

Erstmals seit seinem Amtsantritt sah man den GM der Pink Pride ohne den sonst üblichen Brainsucker an der Schläfe. Tatsächlich konnte er frei sprechen und das vorgestellte Programm ließ die Zuhörenden ein ums andere Mal die Hörgeräte nachjustieren oder den eigenen Kopf nach potentiell vorhandenen Brainsuckern abzutasten.

Die Aliens wollen menschlicher werden! Warum sich eine an sich hochentwickelte, am Rande der Perfektion befindliche Spezies ausgerechnet an einem defizitären Mängelwesen wie dem Menschen orientiert, liegt in der Natur der folgenden Situation: Menschen spielen Eishockey, Aliens schauen Eishockey! Am liebsten Erfolgreiches!
Da es am Menschen liegt, ob Aliens sportlich erfolgreiches Eishockey sehen, ist man auf dem Raumschiff nun dazu übergegangen, Menschen einfach Menschen-Sachen tun zu lassen, um Unmenschliches leisten zu können.

Dies erklärt nicht nur den fehlenden Brainsucker am Aliens-GM sondern ist auch die Begründung für die Absage der fast schon traditionellen Eliminierung des Cheftrainers per FIZZ-Strahl zum Saisonende.

Doch ein weiterer Faktor wurde in der Saisonaufarbeitung der Pink Pride bekannt.
Die Aliens haben in der Vergangenheit viel Geld für Topstars der Liga in die Hand genommen, die im Dress der Aliens selten besser sondern vielmehr deutlich schlechter wurden. Die in sie gelegten Hoffnungen, mit ihrem Knowhow das Spiel der Aliens auf ein neues Level zu heben, erfüllte sich nicht. Die zumeist fürstlich dotierten Verträge waren den Leistungen nicht immer angemessen.

So hatten Correy Slash und Summer Westwood sowie Andreas Niedertal oder Milo Aaakeson ihre schlechteste +/- Bilanz der Karriere im Dress der Pink Pride. Magnus Edman und Sylvain Decroix spielten sogar ihre schwächste Karriere-Saison in Pink.
Statt den sportlichen Erfolg zu beflügeln, wurde dieser bestenfalls verwaltet.

Dem gegenüber stehen einige junge Spieler, die von den Aliens gedraftet bzw. früh in ihrer Karriere verpflichtet wurden, an Bord mit viel Leidenschaft und Training zu besseren Spielern entwickelt wurden. Ihre Leistungsexplosion erfolge jedoch erst mit einem Wechsel auf die Erde. Hier sind Pacifique Gatogato sowie Larry Gallone oder Clarence Lioneye bzw. Mitch Cassidy als Beispiele zu nennen.

Die Erkenntnis gab es schon Anfang dieser Saison: den Aliens fällt es offenbar leichter, Stars selbst zu krieren statt teuer zuzukaufen. So durften Michael Pressack und Matt Parleau einige Spiele Eiszeit sammeln und ihre Entwicklung voran bringen. Bereits seit Jahren schicken die Aliens traditionell junge Spieler mit Entwicklungsmöglichkeiten bis zu zwei Mal in exquisite Trainingscamps, um sie zu noch kompletteren Spielern zu machen. Dieser Weg soll weiter fortgeführt werden.

Zumal die Pioniere dieses Projekts, die nach wie vor im pinken Dress auf Eis gehen, mittlerweile reif genug sind, die Aufmerksamkeit der gesamten Liga zu bekommen. Spielmacher Matt Eagle ist Top-Scorer der vergangenen Saison bei den Aliens gewesen und darf sich zu recht in den Kreis der TOHL-Elite seiner Position wähnen. Goalie Alistair McAlbustier wurde einst als 1st overall aufs Raumschiff gedraftet und machte in jeder Saison seitdem einen Schritt nach vorne. Kommende Saison könnte er, gelingt ihm der nächste, sehnsüchtig erwartete Schritt voran, seinen Platz als unumstrittene Nummer 1 zwischen den Pfosten der Pink Pride beanspruchen.

"Wir sind auf einem guten Weg. Rückschläge in Form eines Tabellenplatzes außerhalb der Playoff-Ränge passieren dabei", meinte der GM und bat darum, das Trainerteam in Ruhe arbeiten zu lassen.

Allerdings stellen sich nun auch Fragen nach der Aktivität auf dem UFA-Markt. Ein torgefährlicher Right Wing fehlt nach dem Abschied von Decroix. Mt der Vertragsverlänerung von McAlbustier bleiben noch über 3 Mio. TOHL-$ freier Cap. Natürlich gehen 1,5 Mio. davon erneut in die Trainingscamps. Darüber hinaus werden auch vier neue Spieler über den Entry Draft aufs Ruamschiff kommen.
Dennoch bleiben den Aliens erneut über 1 Mio. übrig, um beispielsweise TOHL-Alltime-TopScorer Deweye Ronayne in den pinken Dress zu stecken. Die Frage ist jedoch ob die Aliens dies überhaupt wollen!

Jetzt die Jungen entwickeln und mit Wettkampf-Praxis formen ist die eine Idee. Mangels Konkurrenz mit konsequentem die erstmals in dieser Saison nicht vergebene Reiner-Wein-Trophy zum dritten Mal seit deren Einführung aus Raumschiff zu holen ist die zweite Idee.
Und nebenbei die Talentschmiede weiter am Glühen halten. Dies scheint das hehre Ziel für die kommende Spielzeit zu sein. Die Spielerentwicklung steht im Vordergrund, der Erfolg wird sich damit von allein einstellen.

Ein mutiger Weg, der die Aliens auch zumindest in einer Kategorie wieder einen vorderen Platz garantiert - auf dem Podium des TOHL-Draft zur Saison13. Ob dies bestenfalls oder schlimmstenfalls so sein wird, hängt von den Geschicken der jungen SPieler ab.

Samstag, den 20.März 2021 - 22:16 Uhr - Aliens

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