Kaiserliche Eisgesellschaft

Das Schiedsgericht informiert: What a Czech from behind

Samstag

18:00

Palast

Fröhlich summt Seine Imperiale Hochwohlgerechtigkeit in der Badewanne und ab und an entfleucht Ihr eine leicht gülden schimmernde Blubberblase aus dem royalen Körper. Immer wieder flimmert ein heimlich zugespieltes Video über den 102 Zöller im kaiserlichen Gästeklo und auf den ersten trüben Blick zeigt sich dort martialisch (so wie in „martian“, marsianisch, was ganz gut hier passt), wie ein untersetzter Spieler der hochwohllöblichen PowerPanther (mit oder ohne dudenkonformes „s“) rustikal von einem Alien angegangen wird, so dass er zu Boden geht. Dabei verletzt sich der Panther Nicolsci dermaßen, dass die junge Saison für ihn beendet sein dürfte. Soweit die Presse, die Medien und der Boulevard.

Aber, dies flache Bild der Erde bekommt bei näherem Hinsehen Risse.

Betrachten wir zunächst das Opfer:

Novelce Nicolsci, vorgeblich Tscheche mit erstaunlich rumänischem Akzent, 35. Ausweislich seiner Vita, liebäugelt Nicolsci seit geraumer Zeit mit der Rente ab 35, was seine fast 60-prozentige Ausstiegswahrscheinlichkeit unterstreicht. Ferner sehen wir einen Disziplinwert von 38. Ergo: Mahatma Gandhi hat es da nicht gerade aufs Eis gehauen, wenn auch die Unschuldsvermutung gilt. Als Musterprofi taugt Nicolsci zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Betrachten wir nun die Statur des „Opfers“: 1,78 bei 91 Kilo, also besitzt Nicolsci einen ungemein tiefen Schwerpunkt. Wer mal versucht hat eine Kegelrobbe umzuhauen, der weiß, worauf seine Majestät hinaus will.

Betrachten wir nun den „Täter“:
Mason Whataburner, US-Boy, 31 Jahre alt und mit keinen Ausstiegsabsichten.
Whataburner ist 1,91 groß und 88 Kilo schwer. Damit besitzt er einen deutlich höheren Schwerpunkt und ist allein schon aus physikalischen Gründen bei einem Kampf gegen Nicolsci in der ungünstigeren Position. Ja, auch Whataburner ist mit einem DI-Wert von 29 kein Kind von Traurigkeit, aber hier schon nur deswegen den gemeinen Schlägertypen zu präjudizieren, wäre fatal. Auch für ihn gilt grundsätzlich die Unschuldsvermutung.

Betrachten wir die Motivlage und den Zeitpunkt der Tat:
Zum Zeitpunkt des Einschlags führten die Aliens mit 3:0 und hatten keinen Anlass für pädagogische Maßnahmen im Sinne der Anklage.
Nicolsci hingegen blieb bis dahin unter seinen Möglichkeiten, behielt aber seinen Platz auf dem Eis, da er gerüchteweise mit der Frau des Trainers oder mit dem Trainer selbst schlafen solle.

Schon früh im Spiel fiel Nicolsci durch theatralische Darbietungen auf, wie auf einer Schulaufführung der Volksgrundschule Prag. Oder Sofia… Bemerkenswert insbesonders, als er kurz vor dem Zwischenfall in Minute 4 des zweiten Drittels mit offenem Latz an der Bank der Aliens vorbeifuhr und seine Gurke aufreizend befummelte, also, na Ihr wisst schon.

Und dann kam es zu der beklagten Situation in der 27. Minute, als es zum fatalen Zusammenstoß der beiden Kontrahenten kam. Nicolsci fuhr mit einer eingesprungenen Pirouette in Whataburner und ging spektakulär zu Boden, wie ein illegaler Einwanderer bei der Zollbehörde. Whataburner sah das Unheil kommen - ich verweise nochmals auf die statischen Verhältnisse der beiden Spieler - streckte die Hand aus und so sah es für den Schiedsrichter aus, als hätte er den kleineren Tschechen gezogen und mit einer Judodrehung zu Boden geworfen. Um seinem Kontrahenten zu helfen, wollte Whataburner seinen Schläger einem Kollegen übergeben, was auf den Bilder aussieht, als würde er zum Schlag ausholen. Zu sehen ist von einem ausgeführten Schlag auf den Bändern allerdings nichts. Wenn man genau hinhört, dann klingt es, als wenn beim Aufprall des Tschechen ein Glas zerspringt. Das Geräusch kennt Majestät noch von seinem Hofnarren, der versoffen vom Turm auf die Zugbrücke krachte und hinterher festgestellt wurde, das der Suff seinen Knochen den Kleber entzogen hatte. Resultat: Glasknochen. Majestät will nichts unterstellen, aber „Pling“……


Bemerkenswert, dass es nach dem Ausscheiden Nicolscis ganz gut für die PowerPanthers lief und diese noch ein 3:3 holten…. Aber das war bestimmt nur Zufall.

Wie Nicolsci zu dem hässlichen Gesicht kam, das vermag Majestät nicht zu sagen, da es in den Spielerakten keine Bilder der Eltern gibt.

In der Summe gab es also einen übel verletzten Nicolsci, dessen Gehalt die Krankenkasse nun zahlt, der nicht mehr im Team stört und in Whataburner ein gefundenes Opfer für die Medien.

Das erscheint Majestät alles sehr verdächtig.

Da Majestät aber schon der alljährliche Illuminatenkongress in der kleinen Schlosshalle reicht, wo Sie als Gastredner teilnehmen muss und die Veranstaltung immer verwirrt verlässt (wer regiert denn nun das Reich eigentlich??), macht Sie es sich einfach, hört auf Volkes Stimme und beschließt halbweich:



Whataburner war zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort, hatte irgendwie Kontakt mit dem Tschechen, der jetzt mit einem unterirdischen CD-Wert in einem außerirdischen Krankenhaus liegt - oder auch nicht und das berechtigt Whataburner zu 8 Spielen Sperre. Weitere Sanktionen werden nicht ausgesprochen, denn es ist was faul im Staate Dänemark! Und das an der Stelle kleingeistige Regelwerk der Bürgerlichen gibt hier auch nicht mehr her. Vielleicht sollte die Ligenleitung da über mehr „Handlungsspielraum“ für seine Majestät nachdenken, aber so ist es halt, wie es ist.

Majestät entfahren ein paar weitere Blubber und schaltet um, auf den Russenschlampenkanal! Baden ist was Feines!

Samstag, den 22.August 2020 - 18:05 Uhr - Kaiserliche Eisgesellschaft

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